22. Rüdnitzer Distanzritt – Barnimdistanz |28. April 2012

Am vergangenen Samstag trafen sich bereits früh um sechs Uhr die ersten Reiter zur 22. Barnim-Distanz. Auf dem Reitplatz des RFV Rüdnitz wurden die drei Strecken 27, 55 und 82 km gestartet. Dort befand sich auch der Zieleinlauf. Neben den offiziellen Verantwortlichen gab es vier Tierärzte, dreizehn Pulsmesser und etwa zwanzig weitere Helfer; die sich dem Wohl der sechzig Pferde und Reiter widmeten. 

Distanzreiten erscheint auf den ersten Blick für Außenstehende vielleicht etwas langweilig. Selbst für gestandenen Sportler, die erfahrene Dressur- oder Springreiter sind, kommt das Distanzreiten nicht in Betracht. Trotzdem finden sich an vielen Orten in Deutschland und weltweit Menschen mit ihren Pferden zusammen, um über viele Stunden und auf Strecken bis zu 160 km durch die Natur zu reiten. Dabei sind Wetterextreme nicht auszuschließen. Auf den Strecken zwischen Rüdnitz, Wandlitz, Prenden bis hin nach Marienwerder im Landkreis Barnim war es am Samstag sehr heiß. Die Temperaturen im Schatten lagen bei fast 30°C; die körperlichen Belastungen für Ross und Reiter waren dementsprechend hoch. 
Laut Auskunft von Seiten des Vereins standen für drei Pferde auf den Strecken je zwei Helfer zur Verfügung. Das ist im Distanzreiten eine durchaus übliche Relation und zeugt von dem großen Aufwand, der für das Distanzreiten notwendig ist. Damit alle beteiligten Tiere vom Pony bis zum Großpferd keinen Schaden nahmen, waren unter der Leitung von Cheftierazt Dr. Fritz Walter eine große Zahl an Helfern im Einsatz, um regelmäßig und zum Teil auch unangekündigt die körperliche Verfassung der Tiere gemäß Reglement zu kontrollieren und zu dokumentieren. Dr. Walter ist in Reiterkreisen sehr bekannt und es ist auch kein Geheimnis, dass er bereits den verdienten Ruhestand genießt. Trotzdem lässt es sich der Veterinär nicht nehmen, den RFV Rüdnitz bei seinem Sportevent mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung zu unterstützen. Ihm zur Seiter stand die Vereinsvorsitzende Nanett Nahs aus Rüdnitz. Beide begleiten die Barnim-Distanz seit 22 Jahren. 
Sportlich gesehen, war die 22. Barnim-Distanz ein voller Erfolg. Von allen Teilnehmern der drei Distanzen wurden insgesamt lediglich vier Pferde aus dem Wettbewerb genommen. Davon gingen drei Tiere lahm und eines hatte einen zu hohen Puls. Die getroffenen Entscheidungen der Tierärzte wurden von den Reitern verständnisvoll und ohne Kritik hingenommen. Sportliche Fairness und vor allem die Gesundheit der Tiere sind für Distanzreiter selbstverständlich.
Auf die 27 km – Strecke gingen 42 Paare. Der Weg für Einsteiger und Freizeitreiter führte von Rüdnitz Richtung Lanke und wieder zurück. Auf der Einführungsstrecke musste nur ein Pferd wegen Lahmheit ausscheiden. Es siegte Iris Ates aus Schwedt auf dem Wallach Ghamiro (174 Fehlerpunkte) vor Nina Kersten aus Trebbin auf Lucky Count (189). Platz drei ging an Anne Quaasdorf mit Salomee Siddartha`s Satyananda unter dem Leder. Die beste Platzierung für den Barnim erreichten die beiden Bernauerinnen Anne Blum mit ihrem Reitpony Anastasia und Diana Harwardt auf ihrer Welsh B-Stute Moment mal.
Dreizehn Paare gingen auf die 55 km. Und wie bei Distanzreitern üblich, finden sich immer wieder Paare oder Gruppen, denen das Gemeinschaftserlebnis vom Start bis zum Ziel wichtig ist. In diesem Fall kamen als Sieger Laura Libera auf ihrem Araber-Wallach Paterno und Uwe Schiller auf dem Traber-Wallach Carinjo gemeinsam ins Ziel. Sie waren mit durchschnittlich 13,92 km/h unterwegs.Den dritten Platz belegte die Gruppe mit Carl-Roman Culemann auf Aladin, Cornelia Weidlich auf Zenobia und Stella Herlt mit Alibaba.
Auf der 82 km-Strecke verzeichnete die Meldestelle drei Starterpaare. Leider musste ein Pferd frühzeitig den Rückweg per Anhänger antreten. Ins Ziel kamen zeitgleich Carla Lakenbrink mit ihrem Reitpony-Wallach Jasper, der erstaunlich gut in Form war und der erfahrene Marcus Kirchner auf der Brandenburger Warmblutstute Dunja. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der vier betrug 10,79 km/h. 
Die 22. Barnim-Distanz erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Alle Sportler waren nach eigener Aussage mit der Organisation rundum zufrieden. Die Vereinsvorsitzende Nanett Nahs und Tierarzt Dr. Walter werden mit den vielen fleißigen Helfern auch im nächsten Jahr wieder zum Distanzreiten rufen, zumal in Brandenburg Distanzritte noch Mangelware sind.
Der RFV Rüdnitz möchte sich außerdem ausdrücklich bei Frau Silke Kumpf von der Meldestelle bedanken, die trotz knapper Vorbereitungszeit einen sehr guten Job gemacht hat.

Bericht von Jan-Pierre Habicht von www. pferdefreunde.co ( Vielen vielen Dank !)

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