Rüdnitz. Vergangenes Wochenende waren in Rüdnitz die Pferde los. Der Reit-und Fahrverein Rüdnitz lud am 30. April zum alljährlichen Distanzritt durch den Naturpark Barnim ein. Bei herrlichem Frühlingswetter lockte es 50 begeisterte Reiter aus Berlin, Brandenburg und Sachsen über die Startlinie für Strecken von 27 bis 82 km. Bis auf wenige Teilnehmer waren die Reiter mit Pferd und Zelt schon am Freitag angereist, um den ersten Teil des Rittes, der Voruntersuchung durch einen Tierarzt, zu absolvieren.
Ziel eines Distanzrittes ist es, ein Pferd in einer vorgegebenen Geschwindigkeit über vorher meist markierte Strecken und mit Hilfe einer Karte zu reiten. Dabei hat das Wohlergehen des Pferdes oberste Priorität. Der Reiter muss Tempo und Reitweise der Kondition seines Pferdes anpassen. Auf der Strecke wird in regelmäßigen Abständen der Gesundheitszustand des Pferdes durch Tierärzte kontrolliert. Nur wer sein Pferd gut trainiert hat, kann erfolgreich und gesund das Ziel erreichen.

Schon früh am Morgen gegen 7.00 Uhr gingen die ersten vier Reiter für die lange Distanz von 82 km an den Start. Die Strecke führte sie über Wald und Feld bis nach Marienwerder.  Nach der halben Strecke gab es eine Pause zur Erholung von Pferd und Reiter auf dem Reitplatz in Rüdnitz.
Auf der kurzen und mittleren Strecke von bis zu 55 km machten sich 46 Reiter/Pferdpaare aus Berlin und Brandenburg auf den Weg. Davon lagen 37 Teilnehmer in der Wertung. Nicht nur der Trainingszustandes des Pferdes ist bei solch einem Ritt wichtig. Auch der Reiter sollte den Weg durch den Wald anhand einer Karte gut finden können. Was trotz der weißen Markierungen an Bäumen nicht immer einfach ist. Für viele Reiter, auch aus der Region, zählen aber allein der Spaß und die Bewältigung der Strecke, wenn sie die ersten Male bei einem Querfeldeindistanzritt dabei sind.

Doch noch bevor alle Reiter wieder das Ziel erreicht hatten, bekam die Veranstalterin und Vereinsvorsitzende Nanett Nahs eine schlechte Nachricht. Eine Reiterin stürtzte von ihrem Pferd. Welches dann, nicht seinem typsichen Verhalten entsprechend, bei seinem Begleitpferd blieb, sondern querfeldein durch den Wald wegrannte. Es begann eine fünfstündige Suchaktion in dem weitläufigen Waldgebiet von Lanke, Biesenthal und Rüdnitz. Doch auch die alarmierte Feuerwehr, Polizei und diverse Suchtrupps konnten nur vereinzelt Spuren des entlaufenen Pferdes finden, dich sich dann aber im Dickicht des Unterholzes verloren. Besitzerin Oda Petri aus Britz war in kaum vorstellbarer Sorge um das Tier. Nach langem Bangen kam ein erlösender Anruf von Familie Thiele aus Lanke.
Der dort ansässige Förster fand das Pferd seelenruhig auf einer Wiese grasend. Bei der samstäglichen Gartenarbeit sah das Ehepaar Thiele, die selbst Pferde besitzen, den Förster und das Pferd aus dem Wald kommen und stellten anhand der Startnummer auf dem Rücken des Pferdes, einen Zusammenhang zum Distanzritt her. Freundlicherweise luden sie das, wie durch ein Wunder nicht verletzte Pferd, auf ihren Pferdehänger und übergaben es in Rüdnitz der glücklichen Besitzerin.

Mit einem Schrecken, aber einem guten Ausgang ging der Ritt in Rüdnitz mit der Ehrung der Sieger und Platzierten zu Ende. Mit einer Zeit von 02:18 h siegte Thorsten Meseck aus Berlin mit seinem Pferd Quarterback auf der 27 km Distanz. Unter den Platzierten befand sich auch eine einheimische Reiterin aus Bernau, Susanne Wendt mit dem Pferd Apollo. Am schnellsten in 03:26 h und mit hervorragenden Pulswerten legte Daniela Röhl auf D’Amour die 55 km zurück. Anhand der Ergebnisse wird wieder deutlich, dass der Distanzsport nahezu mit allen Pferderassen möglich ist. Denn auch Renan Borowicz, der Nationaltrainer der Distanz-Jugendmannschaft konnte sich mit dem Haflinger Stürmer, eine Platzierung erreiten.
Auf der langen Strecke von 82 km gab es drei glückliche Sieger. Nach genau 07:00 h galoppierten Maya Schröder auf ihrem Schimmel Karino, Maike Grell mit dem Vollblut-Araber Godasil Narcya und Andrea Striegler aus Leipzig mit Hamane nebeneinander ins Ziel und erlangten so den ersten Platz.

Es war eine aufregende und schöne Turnierveranstaltung. Der Reit-und Fahrverein Rüdnitz bedankt sich bei allen Helfern, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.
Für das kommende Jahr gibt es bereits neue Streckenpläne und Ideen.

Katharina Bohm | Sportwart RFV Rüdnitz

In unserer Galerie sind einige Fotos vom Ritt zu sehen. 

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